Update September 2026

Vor wenigen Tagen hat das dritte und letzte Term dieses Jahres angefangen.

Für 13 unserer Schüler bedeutet das Endspurt bis zum ersehnten Abschluss, der unserem Abitur entspricht. Die Hürden sind die gleichen wie hier bei uns. Die meisten haben mit Mathematik, Physik und Chemie zu kämpfen. Gerade der Erfolg in diesen Fächern entscheidet darüber, ob die Ausbildung im Bereich Medizin möglich ist. Unter allen Berufswünschen steht der Arztberuf an erster Stelle.

Unser Student Alfred hat sein letztes Studienjahr begonnen als Lehrer für  Physik und Chemie. Wer Physik kann, ist auch gut in Mathe. Somit erteilt er bei allen unseren Meetings mit viel Geduld Nachhilfe in diesen wichtigen Fächern.


Zu meiner großen Freude haben wir einen weiteren Spitzenreiter unter den Ausbildungsberufen: Wildlife, Conservation and Tourism. Drei junge Männer sind in diesem Bereich in der Ausbildung, ab sofort ist sogar noch ein Mädchen dabei.


Die Massai sind von allen 43 kenianischen Stämmen diejenigen, die noch weitgehend als Hirten und Viehzüchter leben und bringen somit beste Voraussetzungen mit für den Umgang mit Natur und Tieren. Nicht ganz ohne Hintergedanken habe ich allen unseren Schülern jedes Jahr einen Besuch im Amboseli Park ermöglicht, um ihnen zu zeigen, dass die wilden Tiere für sie nicht nur eine Bedrohung sind, sondern eine Bereicherung, ein Schatz, den es zu bewahren gilt.

Besonders stolz bin ich auf Musenji. Er war vor fast 15 Jahren eines der vier ersten Kinder, deren Schulbetreuung wir übernommen haben. Er war immer ein besonders freundliches Kind, und so nett und freundlich ist er geblieben über all die Jahre, die oft so schwierig sind für die Jugendlichen.


Er hat in diesem Jahr im Rahmen seiner Ausbildung ein Praktikum bei KWS (Kenya Wildlife Society) Amboseli gemacht. Ich denke, dass unsere guten Beziehungen zum Parkmanagement dazu beigetragen haben, ihm diese Tür zu öffnen. Er war voller Begeisterung bei der Sache, hat mir regelmäßig tolle Tieraufnahmen geschickt, die er während der Patrouillen aufgenommen hat, und hat letztlich einen mehrseitigen Bericht über sein Praktikum verfasst, der mich tief beeindruckt hat. Ich bin sicher, Musenji hat seine Berufung gefunden!


Auch sein Mitschüler Leyian ist sehr begeistert von seiner Berufswahl. Seine Ausbildung geht mehr in Richtung Tourguide und Tourismusmanagement, aber Wildlife ist natürlich ebenfalls ein Schwerpunkt.

Ein weiterer vielversprechender Auszubildender in diesem Bereich ist Kilukei Timoyo. Er war keiner unserer Schüler, aber in seiner Bewerbung um unsere Unterstützung war so viel Enthusiasmus und Empathie zu spüren, dass ich ihn aufgenommen habe. Ich habe es nicht bereut. Ich füge Euch im Anfang einen Brief von ihm bei. Alle Dankesbriefe betreffen ja nicht nur mich, sondern Euch alle, die Ihr meine Arbeit mit Eurem Interesse und Eurer finanzieller Unterstützung möglich macht.

In einem ganz anderen Fachbereich hat ein zweiter unserer vier Schüler von 2014 seinen Abschluss gemacht. Leshan hat einen langen und steinigen Weg hinter sich, aber letztlich hat er es geschafft: Er hat seine Ausbildung zum Elektroinstallateur erfolgreich abgeschlossen.

Viel Freude machen mir unsere Kleinen. Maria Lolepo, die kleine Schwester von Risie, den Ihr aus meinen Berichten kennt, weil er früher große gesundheitliche Probleme hatte, ist nicht nur ein ganz Süße, sondern bringt auch außergewöhnlich gute Leistungen in allen Fächern. (Auf dem rechten Bild mit Mama und Bruder Risie)


Alle vier Schüler, die wir in der Privatschule Reto untergebracht haben, machen sich hervorragend. Tulito ist der Klassenbeste. Zusammen mit seiner Jahrgangskameradin Elisabeth Totiken hat er einen überregionalen Wettbewerb gewonnen mit einem selbstgemachten Gedicht, überzeugend vorgetragen.


Unser kleinster Schützling Peter Koinange entwickelt sich auch sehr gut. Wir hatten die Kosten für seine Ernährung übernommen, weil seine Mutter bei der Geburt gestorben ist.

Der Allerkleinste in der Runde ist Philips neugeborener Sohn Caleb Lesiamon (rechts).

Philip hatte wieder jede Menge Arbeit mit Vorbereitung und Durchführung unseres Ferienmeetings. Es ist uns wichtig, nach jedem Term ein Einzelgespräch mit jedem unserer Schüler zu führen um zu erfahren, wie es jedem von ihnen geht. Aufgrund der Zeugnisse, die nach jedem Term von der Schule ausgestellt werden, gilt es, Schwachstellen zu analysieren, aber auch gute Leistungen zu loben.


Auch die Eltern waren dieses Mal wieder dabei. Es ist sehr wichtig, sie ins Boot zu holen.
Ich hatte bei der Einschulung der 34 neuen Secondary-Schüler im Januar von den Eltern verlangt, dass sie einen Großteil der Kosten für die Ausstattung aufbringen. Das ist allen auch gelungen und war sicherlich für einige ein großer Kraftakt. Aber ich wollte den Eltern klar machen, dass sie selber auch etwas beitragen müssen, damit ihre Kinder weiterkommen. Wir sind kein „Rundum-sorglos-Paket“. Einen Teil dieser Anfangskosten hatte ich versprochen, nach erfolgreichem Start der Kinder zu erstatten. Das ist beim Treffen im August erfolgt, und alle waren glücklich.


Jetzt drücken wir die Daumen für unsere dreizehn „Abiturienten“. Je nach Ergebnis winkt ein Studienplatz an der Universität.